und Jugendbegegnung mit Dr. Janusza Korczaka in Rajsk

Auf den Spuren deutsche Geschichte in Polen, in Auschwitz -Oświęcim-, einer pulsierenden, weltoffenen Stadt - einer Stadt die zum Zentrum des Grauens und zum Grab von ca. 1 Million Menschen in nur 5 Jahren geworden ist.

Am zweiten Tag machte sich die Gruppe auf den Weg, das Unfassbare zu begreifen.
Vier Stunden Zeit standen im Stammlager I des Konzentrationslagers Auschwitz zur Verfügung um uns dem schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte zu nähern.

Der vom Guide begleitete Weg führte durch das Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei".Bilder
Die Worte mit denen die Häftlinge begrüßt wurden, gehörten auch zu den ersten die, die Gruppe hörte:
„Hier kommt ihr durch das Tor rein und geht durch den Schornstein wieder raus!“

Der Atem stockt- für einen Moment scheint der Wind kälter. Geradlinig sind die Wege, die Backsteinhäuser wirken mit dem Grün und den Birken einladend. Die Geschichte wird im Inneren lebendig. Bilder, akribische geführte Seiten liegen in Schaukästen, hinter Glas die Habe und Haare. Stehzelle, Todesbunker, Erschießungswand, Massengalgen waren nur einige Orte, die den Atem im Halse Stocken lassen. Kindersachen winzig, dazu die kleinen Gesichter

...wie grausam, Menschenverachtend war das System... die Täter, wie stumm die Masse...

In einer Schweigeminute und Gedanken die zu Worten für den Frieden worden, waren wir uns nah... & in Gedanken bei den Verstorbenen.


Auf dem Programm für den dritten Tag stand der Besuch des Arbeits- und Vernichtungslagers in Birkenau.

Vernichtung war Programm in Birkenau:

1,1 Millionen Menschen, darunter eine Million Juden wurden in Birkenau ermordet.
Etwa 900.000 der Deportierten (Kinder, Frauen, Alte) wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Weitere 200.000 Menschen kamen zu Tode durch Krankheit, Unterernährung, Misshandlungen und medizinische Versuche oder wurden später als zur Arbeit untauglich selektiert und vergast.

Vieles, wie beispielsweise die Gaskammern und Krematorien wurden von den Nazis zerstört, doch was zu sehen ist, ließ die Gruppe nicht mehr los. Das Ausmaß der Anlage war erschreckend und die verschiedenen Sektoren erkennbar, die Baracken teilweise erhalten. Insbesondere der Besuch in der „Kinderbaracke“ löste Entsetzen aus.

Die Geschichten von Überlebenden, ließen das "Leben" das sich in dieser Baracke abgespielt hat für die Gruppe 'erlebbar' werden. Kinderbilder an zwei Mittelwänden, Leitern an den Holzbetten ein gepflasterter Boden, gehörte zu dem wenigen was Häftlinge tun konnten, um den Aufenthalt für die Kinder, die keine Betreuung erhielten, erträglicher zu machen. Zu Weihnachten gab es z.B. kleine Päckchen mit Brot, vom Munde abgespart, um etwas Liebe und Kraft zu schenken.

Der Ort des Mahnmals wurde bewusst gewählt. Es steht zwischen den Gaskammern 2 und 3 in denen jeweils bis zu 2000 Menschen umgebracht werden konnten. An diesem Mahnmal gedachten wir den Opfern und hinterließen eine Schale.

Im angrenzenden Wald, dann ein idyllischer Teich. Kaum fassbar das hier die Asche von so vielen Menschen abgeladen wurde. Das Lager zu erkunden, die Geschichten zu hören macht betroffen, sprachlos, traurig, wütend und ist ob der Gräueltaten kaum auszuhalten.

Doch auch an diesem Ort gab es Stärke und Solidarität - er half den wenigen Menschen zu überleben und einigen davon Zeugnis abzulegen. Eines dieser Zeugnisse, besuchten wir am Nachmittag im Kloster von Harmeze.

Später im Kinderdorf konnten alle Teilnehmenden Kraft schöpfen beim Miteinander im Spiel und beim Wettkampf der gemischten Teams.

Der vierte Besuchstag fiel auf den Nationalfeiertag (Verfassungstag) Wir besuchten gemeinsam mit unseren polnischen Freunden Krakau.

Zuerst besuchten wir gemeinsam das jüdische Viertel mit dem Namen Kazimierz:

Kazimierz war früher eine eigene Stadt, in der sich Juden aus unterschiedlichsten Teilen der Erde angesiedelt hatten. Polen war bekannt für seine „Weltoffenheit“ und Toleranz. Sie war aus diesem Grund sehr attraktiv für die Menschen jüdischen Glaubens, die in vielen Ländern verfolgt wurden. Jede Gemeinde die sich ansiedelte baute ihre eigene Synagoge, heute sind in Kazimierz noch sieben erhaltene Synagogen zu sehen. Unter anderem steht hier auch die älteste Synagoge Polens.

Zur Zeit der deutschen Besetzung wurden alle Juden, die in Kazimierz lebten, in das jüdische Ghetto auf die andere Seite der Weichsel umgesiedelt.

Der Depotationsplatz – das Bild zeigt nur einen sehr kleinen Ausschnitt:
Von diesem Platz aus wurden die Juden in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Die Stühle, die heute als Denkmal auf dem Platz stehen, sollen an die vielen Menschen, die dort gewartet haben, erinnern. Jeder Stuhl steht für 1000 Opfer.

Am Nachmittag erkundeten die Jugendgruppen gemeinsam die Innenstadt und ließen sich vom Trubel anlässlich des Nationalfeiertags einfangen.